


![]() Isis und Horus |
![]() Babylonische Gottheit mit Kind |
![]() Devaki und Krischna |
Das Christentum hatte zunächst nur einen männlichen Schöpfergott. Bei der Christianisierung stellte sich der römischen Kirche das Problem, daß die missionierte Bevölkerung immer wieder dazu zurückkehrte zu ihren heidnischen Göttinen wie Isis, Lilith, Kybele oder Diana zu beten. Nicht nur die feministische Theologie geht davon aus, daß dieser Umstand zur Einführung der Marienverehrung im Jahre 431 führte. Es gibt Stimmen die behaupten, erst die Einführung der Marienverehrung ermöglichte die endgültige Etablierung des Christentums.
Die freien Christen für den Christus der Bergpedigt äußern sich im römischen Jubeljahr 2000 kritisch zur Marienverehrung, und betrachten sie als babylonisches Heidentum. Für sie ist die Erfindung der Marienverehrung der Römischen Kirche als Ersatz für die antike Verehrung der Mutter-Gottheit, ein herausragendes Beispiel, wie sehr das babylonische Heidentum in unsere Tage hineinreicht. Die Tatsache, daß in heidnischen Religionen die Mutter genauso (oder noch mehr) angebetet wird wie ihr Sohn, ist vielleicht der größte Beweis dafür, daß sich Marienanbetung aus der früheren Anbetung der heidnischen Mutter-Gottheit heraus entwickelte!
Diana ist die Göttin der Nacht, des Schicksals, der weiblichen Fruchtbarkeit und Sexualität. Als Göttin der Nacht ist ihr die Farbe schwarz zugeordnet, genauso wie ihren Kolleginnen Iisis, Lilith und Kybele ist diese Farbe zugeordnet.
431 n. Christus erklärte das Konzil von Ephesus ausgerechnet an dem Ort, wo sich einer der wichtigsten Tempel Dianas bzw. Artemis ihrem griechischem Gegenstück befand, Maria zur Mutter Gottes, die Wahl dieses Ortes war sicher kein Zufall, ebensowenig wie der blaue Mantel der Maria angezogen wurde. Die Farbe blau spielt in allen matriarchalen Religionen eine zentrale Rolle.
Bei diesem Konzil wurden die Verehrungsstätten der Kybele der Muttergottes der christlichen Religion zu gesprochen. In der folgenden Zeit haben viele Städte Maria anstelle der heidnischen Göttin Kybele als ihre Schutzpatronin angenommen.
Da man Maria zu einer reinen, »unbefleckten« und jungfräulichen Mutter erkoren hat, der Sexualität fremd war, gestaltete es sich weiter schwierig die heidnischen Göttinnen zu verdrängen. Noch im 7. Jhd. soll die fränkische Bevölkerung Diana verehrt haben.
Schließlich baute man an den Plätzen an denen schwarze Göttinnen wie Diana verehrt wurden Kirchen, widmete sie der Muttergottes, die allerdings wie ihre Vorgängerin Diana schwarz war, und das Problem mit den heidnischen Göttinnen war endgültig gelöst.
Es ist davon auszugehen, daß es sich bei allen Orten, an denen heute Menschen zur schwarzen Madonna beten um alte Kultstätten handelt. Der Ursprung dieser Stätten reicht sicher viel weiter zurück, als es aufgrund kirchengeschichtlicher Überlieferungen den Anschein hat. Das uns diese Stätten auf diese Art erhalten blieben ist erfreulich, wo doch im Zusammenhang mit der Hexenverfogung das meiste des alten matriarchalen Wissens und Glauben vernichtet wurde.
Bewußtseinsformen patriarchaler Gesellschaften sind: Askese und Selbstkasteiung, Sündenwahn und Schuldgefühle, Buße und Erlösungshoffnungen, eine lustfeindliche, neurotisierende Sexualmoral, eschatologische Endzeiterwartungen und apokalyptische Strafgerichte. Die Menschen leben in innerer Zerrissenheit von Trieb und Geist und in der politischen und ökonomischen Ohnmacht einer Klassengesellschaft, die Hoffnungen und Sehnsüchte nach der verlorenen Utopie eines Paradieses entwickelt.Vielleicht kommt der Tag an dem an diesen alten Stätten, Männer und Frauen in einer neuen Gesamtheit der Zeit gedenken, als sie sich nach Matriarchat und Patriarchat, gemeinsam aufmachten unsere »Mutter Erde«, dem strahlend blauen Planeten der zunehmend vergraut, vor der drohenden Vernichtung zu bewahren.
Quellen: Hans Lainer, »Die Göttin und ihr Heros« Vom Mutterrecht zum Vaterrecht.| Mittelalterliche Madonnen Poesie | |
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Maria Fraue, sei gegrüßtDein reiner Leib ist gesüßt. Wie der Ölbaum du fruchtig bist, Göttlicher Saft von Dir ist, Daß Wucher unsere Speis' bekommen Und aller Hunger von uns genommen. Sei gegrüßt, Du Magd und würdiger Nam' Du klares Licht der wahren Scham Und bitt Dein Kind um unser Heil Gib mir Deiner Gnade Teil. Sei gegrüßt, Du Taube rechter Güt' Sanft durchdringe mein Gemüt. Gib mir von Federn ein Ringelkleid Damit ich zu fliegen werde bereit, Weg von der Unstatt dieser Mißwende, Dahin, wo Ruhe ist, ohn' Ende. Sei gegrüßt, Du Magd sondergleichen! Hoher Trost, uns nicht entweiche. Behalte unter Deinen Armen Mich Waisen und viel Armen. Denn nächst Gott vor allen Dingen Gilt Dir allein mein Singen. Sei gegrüßt, Magd hochgeboren, Gewachsene Blum' auf dem Dorn. Gewähr mir, Mutter, wess' ich begehr Steh auf und eile zu mir her. Reich Deine Hand zum Steuer mir. Zieh und bringe mich auf zu Dir. Sei gegrüßt, Magd, Dir lobsingen Zier und Schönheit aller Dinge. (15. Jhd.)Quelle: Hugo Ball,Ein geistlich Liederbuch für Emmy |
Schwarze Madonna, du bist sehr schön.So sah ich dich auf dem Sockel stehn. Du bist ganz schön, ganz süß und lind. Eine goldene Krone trägt dein Kind. Du bist so schön, daß vor dir nichtig werden Alle Bilder und Blumen und Künste der Erden. Du bist ganz schön ... Du hast alles vollendet. Alles Leid hast du in Liebe gewendet. Du hast alle Finsternis von uns genommen. Alle Tränen-Meere sind vor dir erglommen. Du hast ja die Schwerter im Herzen getragen, Und alles Leben sahst du versagen... Du bist ganz schön ... Oh, du bist die Erfüllung, Alles Unsäglichen tröstliche Stillung. Du hast alles leicht gemacht und erhoben, Alle Furcht in den göttlichen Schein gewoben. Du bist so schön, weil du lächeln konntest, Weil du die Fruchtbarkeit übersonntest. Weil du dein Kind noch einmal beglücktest. Als du dich über den Leichnam bücktest. Du bist ganz schön, o du Mutter der Qualen. Wie bist du dunkel von Liebesmalen! Wie bist du bewundert in scheuen Träumen. Die dich ganz hell und zart umsäumen! ... Quelle: Hugo Ball,Ein geistlich Liederbuch für Emmy |
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