Pflanzzeiten und Aussaattage nach Maria Thun - die kosmischen Faktoren des Gärtnerns

Tierkreis und Kalender
Tierkreis und Kalender mit zahlreichen Zuordnungen aus dem "Katalanischen Atlas" von Abraham und Jehuda Cresques, 1375

Was sind Pflanzzeiten

Als Pflanzzeit gilt die Phase des absteigenden Mondes, sie bewirkt in den Pflanzen eine Vitalität im unterirdischen Teil der Pflanze, Wasser und Nährstoffe gehen also mehr in den Wurzelbereich. Oft wird auch von absteigenden Säften (zur Erde hin) gesprochen, und symbolisch wird es auch als einatmen der Erde genannt. Die gepflanzte Wurzel bekommt so eine bessere Chance sich zu verwurzeln und hat so einen besseren Start. Profi-Gärtner verpflanzen junge Pflänzchen oft mehrmals in der Pflanzzeit bei absteigendem Mond, um die Wurzeln zu kräftigen und die Entwicklung der Pflanze anzuregen.
Den Effekt des geringen Saftanstieg in den Pflanzen bei absteigendem Mond, nutzt man u.a. auch zum Schnitt von Sträuchern und Stauden oder zum Holzfällen, um die Pflanzen zu schonen, da weniger Saft austritt. Die Zeit ist auch zum Düngen und zur Bodenbearbeitung günstig.

Die Phase des aufsteigenden Mondes, der aufsteigenden Säfte: Diese Phase des Mondes bewirkt eine Vitalität in den oberirdischen Teilen der Pflanze bis hin zur Blüte. Die Pflanzensäfte (Wasser und Nährstoffe), werden sozusagen vom "Mond angezogen" und strömen verstärkt in den oberen Teil der Pflanze, symbolisch wird es auch als ausatmen der Erde genannt.
Den Effekt des starken Saftanstiegs nutzt man z.B. zum Obst ernten, weil die Früchte dann "voll im Saft" sind oder zum Schnitt bei zu starkem Wachstum von Bäumen und Sträuchern.
Tipp zum Ausprobieren: Kurz bevor der Mond seinen niedrigsten Stand erreicht hat, Rasen mähen und/oder Unkraut jäten, danach wächst beides langsamer.

Wichtig: Auf- und absteigender Mond beschreibt die Bahn, den Bogen, den der Mond durch seine sich verschiebenden Aufgangsorte in den Himmel zeichnet. Am Südhimmel lässt sich die unterschiedliche Höhe des Mondbogens gut beobachten. Bitte nicht verwechseln mit zu- und abnehmendem Mond, hier geht es um die etwa 29,5 Tage dauernde Rotation des Mondes um die Erde. Der Mond wird hier, je nach Stellung zur Sonne zu Neumond, Vollmond und dann wieder zum Neumond.

Zodiac mit Elemente Trigone
Zodiac mit Elemente Trigonen (rot = Feuer, braun = Erde, cyan = Luft, blau = Wasser)

Die Beachtung von Mondphasen und astrologische Konstellationen finden sich in vielen historischen Aufzeichnungen und alten Bauernregeln wieder.

Was sind die Aussaattage nach Maria Thun

Die Aussaattage nach Maria Thun sind ein wichtiges Werkzeug für alle bio-dynamischen Gärtner, Landwirte und Imker. Jedem, der biologisch gärtnert, begegnet früher oder später dieses Kalendarium, dort finden sich, neben allen Mondrhythmen vielfältige Empfehlungen für die tägliche Arbeit, auf Grundlage astronomischer Konstellationen.

Zur Konstellationsforschung säte Maria Thun ab 1953 tagtäglich unter Beachtung der Tierkreiszeichen Radieschen in kleine Parzellen, und führte so über Jahrzehnte hinweg unzählige Versuch, zur Wirkung des siderischen Mondes, (27,3-tägiger Umlauf um die Erde, er zieht dabei an den 12 Regionen des Tierkreises vorbei), durch. Nach vielen Jahren war eine Typologie erkennbar.
Radieschen, die während Erdzeichen (Stier, Jungfrau, Steinbock) gesät wurden, hatten die besten Wurzeln. Wurden sie an Wasserzeichen (Krebs, Skorpion, Fische) gesät, hatten die Radieschen eine kräftige Blattmasse und eine kleine Wurzel. Wurde an Feuerzeichen (Widder, Löwe, Schütze) oder Luftzeichen (Zwilling, Waage, Wassermann) gesät, kamen die Radeschen eher ins Schießen und in die Blüte. Diese Tendenzen wurden verstärkt, wenn Pflegearbeiten, wie hacken auch an den entsprechend Tagen durchgeführt wurden. Die Lager- und Verwertungseigenschaften konnte so auch beeinflusst werden. Anschauliche und beachtenswerte Bilder zu den Versuchsreihen finden sich in den Büchern von Maria Thun.

Maria Thun war von Rudolf Steiners landwirtschaftlichen Kurs inspiriert und von ganz pragmatischen Anfragen ihrer Demeter-Kollegen, wie z.B. bei welchen Konstellationen ist der Ölgehalt von Sonnenblumen am höchsten, oder die Backeigenschaften von Roggen am besten? Hierzu finden sich einige interessante Beispiele und Dokumentationen in ihren Büchern.

So nutze ich die Aussaattage von Maria Thun:

Nimm Maria Thun, und du hast weniger zu tun oder Maria Thun und du weißt, was ist zu tun ist mein Motto.
Im Kalendarium der Aussaattage sind alle Rhythmen des Mondes, seine Position im Tierkreis, und andere kosmische Faktoren eingearbeitet. Für jeden Tag sind alle wesentlichen kosmischen Aspekte angegeben, man sieht auf einen Blick ist Pflanzzeit und welcher Bereich (Frucht, Blatt, Blüte oder Wurzel) kosmische Impulse bekommt. Der Kalender gibt mir eine Arbeitsstruktur, er ist sozusagen mein Arbeitsplan. Das ist gut, da ich wenig Zeit für meine gärtnerischen Aktivitäten habe, so weiss ich immer was ich erledigen sollte und was ich besser nicht mache.

An Blütentagen kümmere ich mich daher um die Blütenpflanzen (z.B. düngen, hacken oder Verblühtes entfernen), die Wurzelpflanzen (Zwiebel, Rettich, Kartoffeln usw.) sind dann an Wurzeltagen dran, Tomaten (Fruchtpflanzen) werden an Fruchttagen ausgegeizt, angebunden oder gedüngt, und Blattpflanzen wie Salate, Kohlrabi oder Lauch, werden an Blatttagen versorgt. Das ist für mich eine große Erleichterung und vereinfacht das Ganze ungemein.
Passt es mal nicht, halte ich mich an die Wurzeltage, denn die Anregung der Wurzelbildung tut allen Pflanzen gut, oder meine Pflanzen bekommen eine Extraportion Liebe. Liebe ist übrigens, der allerbeste Dünger, den es gibt.
Arbeitsfreie Tage gibt es auch ..., das sind Tage, die sich aufgrund bestimmter kosmischer Konstellationen, ungünstig auf die Pflanzen auswirken können. An diesen Tagen wird entweder relaxt oder ich kümmere mich um "Spontanvegetation an unerwünschten Stellen" sprich: Giersch oder Ackerwinde im Gemüsebeet zum Beispiel.
Die Aussaattage gibt es inzwischen auch als App

Einige Beispiele aus meiner Gartenpraxis:

Beerensträucher wie Himbeeren schneide ich grundsätzlich Mitte bis Ende Februar an Fruchttagen. Ab und zu hacke ich an Fruchttagen kurz um die Pflanze herum, um ihnen den kosmischen Impuls zu verstärken. Ist Pflege (jäten, hacken usw.) nötig mache ich das auch an Fruchttagen. Falls ich Material zum Mulchen habe, bekommen sie eine Schicht Mulch, am liebsten ein dicke Schicht Gras (davon ist leider immer viel zu wenig vorhanden). Alle 2-3 Jahre gibt es mal etwas Kompost oder Bokashi, und das wars. Ich habe gesunde Pflanzen, leckere Früchte und wenig zu Arbeit damit.
Steckzwiebel: Werden an Wurzeltagen gesteckt, 2-3x an Wurzeltagen gepflegt (Unkraut jäten, hacken) und geerntet. Der Vorrat hält bis Mai, ohne dass etwas austreibt! Der Zopf, den ich verwende, hängt übrigens, aus pragmatischen Gründen, in der Küche neben dem Heizkörper, also am ungünstigsten Platz überhaupt. Gegossen wird nur wenn es unbedingt notwendig ist, d.h. wenn es nach Fingerprobe ca. 5-7 cm rein trocken ist.
Ringelblumen: blühen bis zum Winter, wenn man regelmäßig an Blütentagen die verblühten Blütenköpfe abschneidet
Gepflanzt wird grundsätzlich an Pflanztagen geht das mal nicht, bekommt die Pflanze zur Stärkung des Wurzelbereichs Extra-Pflege (z.H. hacken) an Wurzeltagen.

Bücher zum Thema:
Maria Thun: Gärtner nach dem Mond, Kosmos Verlag
Peter Berg: Der Mond Gärtner, Kosmos Verlag
Bücher von Maria Thun im Maria Thun Verlag

Informationen zum Thema

Wer tiefer in das Thema astronomische Konstellationen einsteigen möchte, kann dazu die Arbeiten und Bücher von Hartmut Warm geniessen.
Für dem ersten Eindruck eine Bildergalerie und sein Vortrag
Sternfiguren in der Natur, in der Kunst und im Planetensystem auf Youtube.

Sehr interessant auch die Bücher von Dr. Rudolf Hauschka, besonders die Ernährungslehre.


Wurzeltage - Wurzelpflanzen

An Wurzeltagen steht der Mond vor den Tierkreiszeichen Stier, Jungfrau und Steinbock, diese Tierkreiszeichen gehören zum Element Erde.

Wurzelpflanzen, sind die Pflanzen die im Wurzelbereich ihre Frucht entwickeln, also Kartoffeln und Wurzelgemüse wie Karotten, Radieschen, Zwiebeln, Sellerie, Rüben, Pastinaken usw.

Blütentage - Blütenpflanzen

An Blütentagen steht der Mond vor den Tierkreiszeichen Zwillinge, Waage und Wassermann, diese Tierkreiszeichen gehören zum Element Luft.

Blütenpflanzen, sind die Pflanzen bei denen wir Blütenreichtum haben möchten, oder die Blüten verwendet werden. Das sind natürlich alle Blumen wie Rosen, Blumenzwiebel, Sommerblumen wie z.B. Sonnenblumen, Artischocke, Brokkoli und Blütenkräuter

Blatttage - Blattpflanzen

An Blatttagen steht der Mond vor den Tierkreiszeichen Fische, Krebs und Skorpion, diese Tierkreiszeichen gehören zum Element Wasser.

Blattpflanzen haben ihre "Frucht" im Bereich des Blattes, d.h. die Blätter werden genutzt. Typische Blattpflanzen sind alle Salate, Mangold, Spinat, die meisten Kohlarten, auch Kohlrabi und Blumenkohl, Porree, Rhabarber, alle Blattkräuter.

Fruchttage - Fruchtpflanzen

An Fruchttagen steht der Mond vor den Tierkreiszeichen Widder, Löwe und Schütze, diese Tierkreiszeichen gehören zum Element Feuer.

Fruchtpflanzen tragen Früchte, die verwendet werden. Typische Fruchtpflanzen sind Obst oder Beeren, Tomaten, Aubergine, Paprika, Gurke, Kürbis, Mais, Melonen, Erbsen, Bohnen, Linsen und Getreide.



Pflanzzeiten 2024
Mai
11.05. 11:00 Uhr bis 25.05. 21:00 Uhr

Juni
07.06. 20:00 Uhr bis 22.06. 02:00 Uhr

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