Farbwirkung: Warum und wie Farben wirken

bunte Illustration
Wir leben in einer Welt voller Farben. Leben und Farben sind untrennbar miteinander verbunden. Können Sie sich ein Leben ohne Farben vorstellen? Die Natur oder einen Sonnenuntergang in schwarzweiß?
Schon vor mehr als 30.000 Jahren verwendeten die Menschen Farben. Sie gewannen sie aus Naturstoffen, Pflanzen, Ruß oder Blut. Farbe gewann magische Bedeutung. Schnell lernte der Mensch Farben nicht mehr willkürlich zu verwenden, entwickelte Farbsysteme, und setzte Farben bewußt für bestimmte Zwecke ein und so ist es bis heute geblieben.

Farben ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und transportieren Bedeutungen. Farben lösen beim Betrachter Gefühle und Assoziationen aus und führen zu unbewußten Reaktionen.

Farbe wirken über drei Ebenen

Assoziationen   Symbolik   Schwingung und Energie

Farbwirkung durch Assoziationen

Über Assoziationen wirken Farbe aufgrund menschlicher Ur-Eindrücke und überlieferten kulturellen Bedeutungen.
Ausschlaggebend bei den kulturellen Bedeutungen war die Verfügbarkeit von farbgebenden Substanzen und das Vorhandensein von natürlichen Farben in der Umwelt. War der farbgebende Stoff in großen Mengen vorhanden oder selten und seine Erzeugung teuer. Aufgrund des Mangels an rotem Farbstoff, war rot im alten Ägypten den Pharaonen vorbehalten und galt nicht nur bei den Ägyptern als sehr kostbar und edel. An erster Stelle stehen in allen Kulturkreisen die seltenen kostbaren Farben, an zweiter Stelle die reichlich vorhanden Farben. In vielen Kulturen wurden mit Trennfarben die Stände von einander abgegrenzt und gekennzeichnet. Farbwirkung über kulturelle Prägungen sind veränderlich und von der jeweiligen Kultur abhängig. Ganz anders Farbwirkung die mit Ur-Eindrücken verbunden sind.
Rot z. B. ist mit den drei Urerfahrungen der Menschheit Blut, Feuer und Liebe verbunden. Eine Begegnung mit der Farbe rot brachte immer das Blut in Wallung. Heute signalisiert uns die rote Ampel, das rote Stoppschild, die rote Schranke eines geschlossenen Bahnübergangs Halt - Gefahr- Wachsamkeit. Seit frühester Geschichte, wann immer Menschen rot sahen - war Gefahr in Verzug. Durch Feuer weil ein Blitz einschlug, durch das Sichtbarwerden des Lebensaftes Blut bei einem Mitmenschen oder Beutetier, oder weil die Sonne glutrot unterging und die Nacht hereinbrach, vor deren Gefahren man sich schützen mußte.

Farbwirkung durch Symbolik

Rot wurde so zur symbolischen Farbe des Mutes, der Kraft und des Krieges. Kriegsbemalungen wurden in rot gehalten, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts trugen in Europa die Soldaten rote Röcke und Uniformen. Henker trugen rot, Todesurteile wurden mit roter Farbe unterschrieben, denn Blut wurde mit Blut gesühnt. Die obersten Richter des deutschen Bundesverwaltungs- und des Bundesverfassungsgerichts tragen noch heute rote Talare.
Auch die Tradition und Lebensumstände einer Kultur beeinflussen die Farbwirkung: Bei uns in Nordeuropa ist grün eine alltägliche Farbe, die im Überfluss vorhanden ist. Ganz anders ist dies bei einem Volk das in der Wüste lebt, hier ist grün eine seltene Farbe und es symbolisiert das Paradies und üppige Oasen. Soviel zu Farbwirkung über den Symbolcharakter.

Die Wirkungen durch Assoziationen oder Symbolik bei der Gestaltung des Corporate Designs findet man häufig auch bei Firmen. Ganz bewusst ist die Darstellung eines Unternehmens, von den Produkten bis hin zum Logostempel und Farbkissen, ja selbst bis hin zu den Krawatten der Mitarbeiter, auf bestimmte Farben abgestellt. Mit gelb wird beispielsweise Heiterkeit, Wärme oder Jugendlichkeit assoziiert, blau steht für Weite, Ruhe, Entspannung, ist aber auch eine kühle Farbe, die für Eleganz und Technik stehen kann und oft im Bereich Finanzen zu finden ist. Braun ist dagegen mehr eine Erdfarbe und steht für Sicherheit und Bodenständigkeit, Küche oder Nahrung, dunkelbraun für den sinnlichen Genuss, man denke an Schokolade oder Kaffee. Rot ist neben Blau die prominenteste Farbe, gilt als anregend, ist die Farbe der Lust, steht aber auch, wie bereits oben erwähnt, für Gefahr. Siehe dazu auch unseren Beitrag über Farben und Werbung.

Farbwirkung über Schwingungen und Farbenergie

Farben existieren nicht - Farben sind ein Produkt unserer Sinneswahrnehmung, die unser Sehsinn aus der wahrgenommen Schwingung und Energie des Lichts erzeugt
Isaak Newton entdeckte, daß er das "weiße" Licht der Sonne in die Farben des Regenbogens "zerlegen", auseinanderbreiten kann, wenn er einen Lichtstrahl durch ein Glas- oder Wasserprisma leitete. Ließ er durch ein weiteres Prisma die prismatischen Farben wieder an einer Stelle zusammenkommen, erschien erneut das weiße Licht. Nachfolgende Naturwissenschaftler erklärten Licht und Farben als elektromagnetische Wellen unterschiedlicher Wellenlänge und als Photonen. So hat das Rot eine Wellenlänge von 656,6 Nanometer (1 nm = 1 millionstel mm), Blau 434,2 nm und Ultraviolett 397,1 nm.

farbspektrum

Das Farbspektrum das wir Menschen wahrnehmen spannt einen Bogen von den Infrarotstrahlen (Träger von Wärmeenergie) hin zu Ultraviolettstrahlen (kalte Energie), die Farben werden demzufolge in kalte und warme Farben unterteilt, je nach Zusammensetzung aus Infrarotstrahlen und Ultraviolettstrahlen.
Diese Lichtschwingungen und Energie werden nicht nur von den Augen, sondern vom ganzen Körper ganz besonders über die Haut wahrgenommen. In den Körperzellen werden diese pysikalischen Reize zu Nervenimpulse umgewandelt und zum Gehirn weitergeleitet. Die Nervenimpulse lösen im Gehirn Reaktionen aus, die unser Wohlbefinden beeinflussen. Den gleichen Effekt erleben wir wenn wir Musik hören. Das ist der Grund warum auch Blinde, oder Menschen mit verbundenen Augen die Farbenergien wahrnehmen können.

Ungeklärt ist bis heute - woher die Farben in Träumen kommen, und das Phänomen "Sterne sehen" entsteht. Wenn man direkt in die Sonne, oder in eine andere sehr helle Lichtquelle sieht und anschließend die Augen schließt, sieht man die wunderschönsten Farben. Das gleiche geschieht wenn am die Augen fest zu kneift oder bei geschlossenen Augen mit einem Finger vorsichtig auf den Augapfel drückt. Das Auge oder Gehirn ist also in der Lage aus tiefster Finsternis ohne Einfluß von Licht oder elektromagnetischer Wellen Farben und Licht zu erzeugen. Es scheint so das Farben und Licht noch andere Qualitäten haben, und mehr sind als lediglich Wellen oder elektromagnetische Strahlen.


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