Farben und Wohnen

Von der Farbwahl zum Anstrich

Sobald klar ist, welche Bereiche farblich gestaltet werden sollen und ein Farbkonzept erstellt ist, stellt sich die Frage mit welcher Farbe der Anstrich erfolgen soll. Gemeint ist hier also nicht, der Farbton sondern mit welchem Farbmaterial der Farbanstrich erfolgen soll. Kurz: mit welcher Farbe streiche ich die Farbe an die Wand.

Da es bei uns im Deutschen keinen Unterschied zwischen der Farbe im Eimer (Farbmittel) und dem Effekt Farbe, also einer Sinneswahrnehmung gibt hier ein kleiner Auszug aus Wikipedia:
Farbmittel - im Sinne von „färbendes Mittel“ und bezeichnet vorwiegend Stoffe für farbliche Veränderung, die eine Körperfarbe verursachen (Pigmente, Farbstoffe und Färbelösungen, sowie im weiteren Sinne färbende Anstrichmittel)
In anderen Sprachen wird stärker zwischen dem Effekt Farbe („farbig“) und der Ursache für Farbe („färben“) unterschieden, so im Englischen colour und dye (stuff), oder in den romanischen Sprachen (spanisch: color und teñir).
Das Angebot im Baumarkt ist verwirrend, die Regale sind voll mit Farben, die in grossen und kleinen Eimern oder Flaschen angeboten werden. Neben viel weisser Farbe in grossen ovalen Eimern finden sich auch noch meist rechteckige Gefässe, zu Türmen gestapelt; mit fast jedem Farbton. Ist man nicht gut vorbereitet kann einem die grossen Auswahl fast erschlagen.

Farbqualität – das muss man wissen

Wie bei vielen Produkten gilt auch bei Farbe: Farbe ist nicht gleich Farbe. Und das gilt nicht nur für die Frage reinweiß oder polarweiß, sondern auch für die Farbqualität. Steht man im Baumarkt vor dem Farbregal, findet man eine schier endlose Auswahl an Farben verschiedenster Hersteller. Deshalb sollte man sich schon vorher Gedanken machen, wofür genau die Farbe beim Renovieren gebraucht wird. Wenn man das weiß, kann man schauen, was für unterschiedliche Farbqualitäten vorhanden sind. Vom Preis allein sollte man sich auf jeden Fall nicht leiten lassen.

Qualitätsunterschiede bei Farben

Ein einfaches und sinnvolles Auswahlverfahren für den Endverbraucher bei der Wahl einer qualitativ hochwertigen Farbe ist die EN (Europäische Norm), die früher unter dem Namen DIN (Deutsche Industrie Norm) bekannt war. Die EN 13 300 beschreibt die Qualitätsmerkmale von Farben und zwar gegliedert nach den Kriterien Reinigungskraft und Nassabriebbeständigkeit, Deckkraft und Kontrastvermögen und nach der Reichweite der Farbe. Damit die Kennzeichnung nicht nur für ausgebildete Maler und Lackierer, sondern für jedermann verständlich ist, wurde ein einfaches Schulnotensystem eingeführt, das auf den Gebinden aufgedruckt ist.

Nassabriebbeständigkeit, Reinigung, Überstreichbarkeit und Einsatzmöglichkeiten

DIN EN 13 300

alte Bezeichnungen (DIN 53 778)

Reinigung des Anstrichs

Einsatzmöglichkeit

Überstreichbarkeit

Klasse 1 höchst scheuerbeständig Reinigungsmöglichkeit:
mit Wasser und Bürste (Naturborsten),
Zugabe von Neutral- oder Hygienereiniger möglich
Geeignet für:
extrem beanspruchte Innenflächen, z.B. öffentliche Gebäude wie Schulen und Hausflure
Überstreichbar mit
sich selbst oder Dispersionsfarben
Klasse 2 scheuerbeständig nach DIN 53778 Reinigungsmöglichkeit:
mit Wasser und Bürste (Naturborsten),
Zugabe von Neutral- oder Hygienereiniger möglich
Geeignet für:
Decken und Wände mit starker Beanspruchung, z.B. Bäder, Hausflure, Kinderzimmer
Überstreichbar mit
sich selbst oder Dispersionsfarben der Klassen 3, 2 und 1
Klasse 3 waschbeständig nach DIN 53778 Reinigungsmöglichkeit:
mit Wasser und Tuch oder Schwamm,
Zugabe von Neutralreiniger möglich
Geeignet für:
Decken und Wände mit normaler Beanspruchung, z.B. Wohnräume
Überstreichbar mit
sich selbst oder Dispersionsfarben der Klassen 3 und 2
Klasse 4 waschbeständig Reinigungsmöglichkeit:
mit feuchtem Tuch bei leichtem Druck möglich
Geeignet für:
Decken und Wände mit leichter Beanspruchung
Überstreichbar mit
sich selbst oder Dispersionsfarben der Klasse 3
Klasse 5 wischfest      

Kommt mal ein Fleck auf die Wand, ist es wichtig, dass man ihn auch abwaschen kann, ohne dass die Farbe dabei mit abgerieben wird. Vor allem in Räumen wie dem Kinderzimmer und in Durchgangsbereichen sollte man deshalb eine Farbe mit hoher Abriebfestigkeit wählen. Auch die Deckkraft einer Farbe ist wichtig, denn sie zeigt an, wie oft eine Wand gestrichen werden muss, bis die Farbe richtig deckt. Je besser sie deckt, desto schneller ist man fertig und desto weniger Farbe wird gebraucht. Auf der Farbpackung ist deshalb auch immer die Reichweite der Farbe angegeben. So kann man durchaus Geld sparen, indem man eine etwas teurere, aber dafür hochwertigere Farbe kauft.

Apropos teure hochwertige Farbe: Als ich erstmalig den Preis für einen 20 l Eimer Silikatfarbe sah, war ich geschockt. Als ich diese "vermeintlich" teure Farbe erstmalig einsetzte war ich begeistert, als ich den geringen Verbrauch bemerkte war ich baff. Die zunächst teure war die beste Lösung. Ich würde nichts anderes mehr verwenden. Kalkuliert man noch einigen zusätzliche Fakten mit ein (weniger Zeitaufwand, weniger Werkzeug, weniger Müll, usw.), war diese Farbwahl die günstigste Lösung.

Ist man sich bei der Auswahl der Farbe unsicher, sollte man auf jeden Fall fachkundigen Rat einholen. Ein Maler von einem Maler- und Lackiererfachbetrieb kann wertvolle Tipps geben und sicherlich bei der Auswahl der Farbe helfen.


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