Lichtplanung für zu Hause

digital cat_Ingo Maurer Showroom München
Wer sich daran macht, seine neu bezogene Wohnung einzurichten, hat oft eine Fülle von Ideen im Kopf. Doch neben Wandgestaltung, Möbeln und Accessoires bleibt ein Aspekt oft unberücksichtigt: die Beleuchtung. Dabei stehen gerade Häuslebauern alle Freiheiten offen. Doch auch Bewohner von Mietwohnungen haben weitaus mehr Möglichkeiten für die Lichtgestaltung, als es der einzelne Anschluss an der Decke vermuten lässt.
Wissenswertes und Tipps für die Lichtgestaltung in der Wohnung finden Sie in diesem Beitrag zum Beispiel:

Lichtplanung und die Arten der Beleuchtung

Für die Lichtgestaltung ist es zunächst sehr hilfreich, die verschiedenen Arten der Beleuchtung zu kennen. So unterscheidet man etwa in allgemeiner Raumbeleuchtung, Platzbeleuchtung und Akzentbeleuchtung sowie in direkter und indirekter Beleuchtung. Die Aufgabe der allgemeinen Beleuchtung ist es, die Orientierung im Raum zu ermöglichen sowie Sicherheit besonders bei Stufen und Absätzen zu gewährleisten. Eine Platzbeleuchtung gliedert den Raum in einzelne Bereiche und kommt besonders dort zum Einsatz, wo wir sehintensiven Tätigkeiten nachgehen, wie etwa in der Leseecke, im Fernsehbereich oder über der Arbeitsplatte in der Küche.

Thomas Kohler_Badbeleuchtung
Die akzentuierende Beleuchtung hingegen dient vorrangig als gestalterisches Mittel, indem sie einzelne Objekte wie Gemälde und Skulpturen in Szene setzt oder aber architektonische Besonderheiten, wie beispielsweise Wandverkleidungen in Natursteinoptik, hervorhebt. Eine zunehmend bedeutende Rolle spielt zudem das Stimmungslicht, welches mittels farbwechselnden LED-Lampen, dimmbaren Leuchten und indirekter Beleuchtung die Gestaltung einer individuell gewünschten Wohnatmosphäre ermöglicht. Die indirekte Beleuchtung kann hierbei einerseits durch Lichtreflexionen an Wänden und Decke, andererseits aber auch durch Lampen erzeugt werden, die ihr Licht nur diffus über den Leuchtenschirm abgeben.

Mit all diesen Beleuchtungsarten kann man im Vorfeld mehrere Kombinationen durchspielen. Die Lichtplanung richtet sich hierbei natürlich nach den Gegebenheiten vor Ort, d.h., nach dem Einfall des Tageslichts und der Architektur sowie danach, wie die einzelnen Zimmer einmal eingerichtet werden sollen und welche Tätigkeiten in ihnen verrichtet werden.

Markus Schmid Wohnzimmerbeleuchtung
Da das Tageslicht positiv auf unsere Motivation und Leistungsfähigkeit wirkt, empfiehlt es sich etwa den Schreibtisch im zukünftigen Arbeitszimmer parallel zum Fenster aufzustellen und - besonders wenn er direkt an der Wand steht und man mit dem Rücken zum Rauminneren sitzt - die Deckenleuchte statt in der Mitte des Raumes, direkt über die Arbeitsfläche anzubringen.

Ecken, Kanten und Wandvorspünge

Dominieren in einer Dachwohnung zum Beispielsweise Wandvorsprünge, verwinkelte Ecken und scharfe Kanten, kann man mit Hilfe mehrere indirekter Lichtquellen dennoch eine behagliche Wohnatmosphäre schaffen. Schließlich wirken Altbauwohnungen mit hohen Decken weitaus gemütlicher, wenn Tisch-, Steh- und Bodenlampen auf relativ niedriger Raumebene platziert werden, während eine tief hängende Pendelleuchte niedrige Räume optisch streckt. Wie Sie sehen, gibt es viele Möglichkeiten, die Wirkung eines Raumes mit Hilfe des Lichtes zu verändern.

Tipps zur Lichtplanung für die einzelnen Räume

Lichtplanung für die Küche

strickwerk_Küchenbeleuchtung
In der Küche eignen sich für die Allgemeinbeleuchtung neben der herkömmlichen Deckenleuchte auch Schienen- und Seilsysteme sehr gut. An diese können mehrere Leuchtenköpfe nach eigenen Wünschen positioniert und ausgerichtet werden, was eine sehr gute Ausleuchtung der Küchenschränke ermöglicht. Darüber hinaus setzen sich immer mehr Deckeneinbaustrahler bzw. Downlights durch, die zu mehreren direkt in die Decke oder in einer Zwischendecke aus Gipsbeton montiert werden. Sie können z.B. auch als zwei voneinander unabhängige Schaltkreise verbaut und bei geeigneten Modellen mit Dimmern ausgestattet werden, so dass eine individuelle Lichtgestaltung passend zur jeweiligen Tätigkeit möglich ist, für das Kochen ebenso wie für das romantische Essen mit der Familie.

Ergänzt wird die allgemeine Küchenbeleuchtung durch Platzleuchten über den Arbeitsflächen, dem Herd und der Spüle. Hierfür kommen besonders Unterschrankleuchten für energieeffiziente Kompaktleuchtstofflampen und mit Blendschutz versehen in Frage, aber auch Wandleuchten mit milchfarbenen Kristallglas oder mehrere kleine Pendelleuchten sind geeignet. Für den Esstisch bietet derweil eine höhenverstellbare und dimmbare Hängeleuchte den besten Komfort.

Lichtplanung im Bad

Damit man sich beim morgendlichen Schminken und Rasieren nicht vertut, kommen links und rechts neben dem Badspiegel Wandleuchten zum Einsatz, die über eine blendfreie Abdeckung verfügen und an besten mit Leuchten mit sehr guter Helligkeit und Farbwiedergabeeigenschaft (auf der Verpackung mit Ra angegeben, der Wert sollte über 80 liegen) bestückt werden.

Für die Beleuchtung im Bad besonders wichtig ist natürlich die Sicherheit. Sollen daher Leuchten in unmittelbarer Nähe oder im nahen Umkreis von Dusche und Wanne angebracht werden, müssen ihr Gehäuse gegen Spritz- und Strahlwasser geschützt sein, was mit den Schutzarten IP X4 und IPX5 bzw. IP X7 und höher gekennzeichnet wird. Die genauen Bestimmungen und Richtlinien für die Badbeleuchtung können in der DIN-Norm VDE 0100, Teil 701 nachgelesen werden.

Lichtplanung fürs Wohnzimmer

Im Wohnzimmer hat man in Sachen Lichtgestaltung alle Freiheiten, die man mit allen möglichen Lampenarten ausleben kann. Zu beachten ist nur, dass neben oder hinter dem Fernseher eine indirekte Lichtquelle aufgestellt wird, um die Gesundheit der Augen nicht zu gefährden. Wer gerne liest, sollte außerdem eine Stehlampe wählen, die ihr Licht direkt nach unten strahlt und zugleich diffus den Raum erhellt. Denn auch hier sollte ein allzu starker Kontrast zwischen heller Lichtquelle und dunkler Umgebung vermieden werden.


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